Und wieder einmal ist ein Gameday IMAG0624vorüber. Von 11-19 Uhr war heute Football Thema des Tages. Um 11 Uhr haben wir uns zur Pregame Party getroffen, wo die ersten schon etwas Alkohol getankt haben, hauptsächlich wird hier aber ein wenig über alles Mögliche geplaudert. Zwei Stunden vor dem Spiel – dieses Mal also um 12.30 Uhr – beginnt der Badger Bash. Das ist so eine Art Mini-Konzert mit Essen und Getränken/Alkohol. Unter anderem kam auch kurz die Badger-Marschkapelle mit dem IMAG0626_smallDance-Team (beides siehe Bild) und den Cheerleadern vorbei. Es gibt tatsächlich einen Unterschied zwischen Tänzer und Cheerleader. Bei den Cheerleadern gibt es im Gegensatz zum Dance-Team auch Männer, da hier öfter mal ein paar Frauen durch die Luft geworfen werden. Von dort aus ging es dann ins Stadion. Dieses Mal waren wir sogar rechtzeitig vor Ankick da, um eine weitere typisch Amerikanische Tradition mitzuerleben. Auch wenn man auf dem nächsten Bild hinter der Marschkapelle die 5 Soldaten in weißer Uniform mit der USA-Flagge nicht erkennt, so sieht man doch sehr gut, welches LieIMAG0632_smalld gerade gespielt wird, wenn man den Polizisten links im Vordergrund genauer betrachtet. Denn während der Nationalhymne wird natürlich salutiert. Auf dem Bild sieht man dann auch das Cheerleading Team aufgereiht und ganz rechts im Bild den Anfang der Tanzformation. Das Spiel ging dieses Mal etwa drei Stunden (Studenten stehen übrigens die ganze Zeit auf ihren Sitzen). Man kann nie genau vorhersagen, wie lange ein Spiel geht, weil bei jeder Unterbrechung die Zeit angehalten wird. Wenn die Unterbrechung zu kurz ist, um in der Fernsehübertragung (Ja, Unisport wird hier im Fernsehen übertragen) einen Werbespot zu zeigen, dann müssen die Spieler solange warten, bis die Werbung fertig ist. Football ist hier eben alles und deshalb auch voll mit Werbung.

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Ach übrigens, hatte ich schon erwähnt, dass der Football Coach hier an der Uni die meistverdienendste Person ist? Und zwar mit etwa 1 Mio Dollar Vorsprung vor dem Unipräsidenten….

Heute war ich wingszum ersten Mal vernünftig Chickenwings essen. Wie man sich vorstellen kann, ist dies hier natürlich ganz anders IMAG0622als in Deutschland. Die Wings schmecken frisch und knusprig, man kann verschiedene Soßen und Dips wählen. Und damit man das Essen als “gesund” abstempeln kann, ist es möglich, “Veggies” zu bestellen. In allen Restaurants gibt es übrigens zum Essen das Wasser kostenlos.

Achja, am Samstag gehe ich wieder ins Stadion. Aber diesmal werde ich vorbereitet sein! Es soll am Wochenende wohl etwas kühler werden, vermutlich kaufe ich mir vorher noch einen vernünftigen Badger-Pulli.

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Heute habe ich zum ersten Mal hier beim Subway gegessen IMAG0601und dieses nette Getränk gefunden. Damit auch wirklich niemand dieses (überaus künstlich süß schmeckende) fantaähnliche Getränk mit Saft verwechselt, ist nochmal deutlich klargestellt, wieviel Prozent Fruchtsaft enthalten sind.

Egal ob man einen Burger, ein Sandwich, einen Wrap, einenIMAG0599 Hotdog, einen Bagel oder etwas anderes bestellt. Die richtige Zusammensetzung der Fertigsoße muss passen. Willkommen am Soßenbuffet!

An dieser Stelle ein kleiner Nachtrag zum amerikanischenIMAG0596 Essen. Es gibt hier einige Eisläden, die teilweise richtig leckeres Eis verkaufen. Viele Sorten sind bekannt, einige typisch amerikanische findet man auch. Chocolate Chip Cookie Dough, also Eis mit Teigstückchen, wäre so ein Beispiel dafür. Sehr lecker! Das Fruchteis schmeckt leider meistens ziemlich künstlich und keineswegs fruchtig. Einen zumindest visuellen Leckerbissen habe ich gestern entdeckt. Das Supermaneis! (Bild rechts) Und auch der Fruchtcoctail (unten) ist in dieser Hinsicht nicht zu verachten. Fragt mich aber bitte nicht, wie das Eis geschmeckt hat. Denn da habe ich mich noch nicht herangetraut…. IMAG0597

Ich bin als Teilnehmer des Bridge-Programmes angenommen worden! Bridge steht für Building Relationships in Diverse Global Environments. Dabei soll – wie der Name schon sagt – eine Brücke zwischen US-Studenten und Internationals gebaut werden, die den einheimischen Studenten Kontakt zu anderen Kulturen ermöglicht und den internationalen Studenten bei der Integration in verschiedenste Aktivitäten hilft. Zunächst können sich US-Studenten der UW Madison für dieses Programm bewerben. Ensprechend viele Plätze gibt es dann auch für die internationalen Studenten. Über Interviews werden von den Bewerbern möglichst viele Informationen abgefragt, um einen passenden US-Studenten zu finden. Dabei wurde wirklich auf einiges geachtet. Mein Respekt für den Auswahlalgorithmus von Bridge!

Die erste Uniwoche ist erfolgreich überstanden. Ich bin nun erfolgreich in meinem Master- Maschinenbaustudium angekommen. Ich höre hier in meinem ersten Semester “Raketenantriebe”, “Solartechnik” und “Kraftwerkstechnik”.

Die Vorlesungen sind alle recht interessant und die Professoren gut zu verstehen. Den Themen in einer Fremdsprache zu folgen ist gar nicht so einfach, zum Glück wurden in dieser ersten Woche hauptsächlich Themen aus dem Grundstudium zur Auffrischung wiederholt. Die Professoren sind alle sehr nett und viel kontaktfreudiger als an der TU Darmstadt. Während es mir an der TU Darmstadt bislang (mit einer Ausnahme) immer nur über einige Umwege möglich war, mit den Lehrenden zu kommunizieren, haben hier ALLE Professoren direkt und noch am gleichen Tag (freitagmittags!) auf meinen ersten Versuch der Kontaktaufnahme per Email geantwortet. Teilweise wurde ich sogar spontan aufgefordert, direkt zu einem kurzen Kennenlerngespräch vorbeizukommen.

Die einzelnen Kurse sind unterschiedlich gut besucht. Der kleinste Kurs hat 23 Teilnehmer, der größte 50. Die Professoren arbeiten sehr viel mit den Studenten, stellen Fragen und ermöglichen aktives Mitarbeiten. Die Endnote setzt sich jeweils aus der finalen Klausur, mehreren “Midterm”-Klausuren und aus den Hausaufgaben zusammen. Jeder Kurs bringt hier sehr zeitaufwändige Hausaufgaben mit sich. Allerdings wird dieser Aufwand auch mit großen Anteilen an der Gesamtnote (bis zu 50%) belohnt. Doof ist nur, dass man in jedem Kurs ein Buch kaufen muss, welches unverhältnismäßig teuer ist.

IMAG0515Wie ist eigentlich das amerikanische Essen? Naja wie man es sich schon denken kann. Mac&Cheese ist hier sehr populär, aber natürlich auch Burger und Pizza. Dazu gibt es riesige Becher mit Refill. Aber: Man bekommt auch gesundes Essen und vor allem frisches Obst, wenn man es möchte. Jeden Samstag ist hier der Farmers Market, der wohl einem IMAG0511 - Kopiedeutschen Wochenmarkt entspricht. Die “Mensa” besteht aus mehreren Restaurants/Schnellimbissen, wobei man auch hier ein “gesundes” Mittagessen wählen kann. Alles weitere bekommt man dann im Supermarkt. Und wird man dort nicht fündig, gibt es in der Stadt außerdem auch mehrere “organic” Supermärkte, die versuchen, den Bio-Sektor abzudecken.

Yay es ist Gameday! An Samstagen, an denen die Badgers Heimspiele haben, schaltet die ganze Stadt in den Football-Modus. Schon morgens um 9 Uhr starten die Pregame-Hang- outs/Parties und zwar ganz egal, ob das Spiel um 11 Uhr morgens oder sogar am frühen Abend startet. Jeder – und damit meine ich nicht nur die Fans im Stadion – trägt ein rotes Tshirt, auf das irgendein IMAG0541Badger oder Badger-Schriftzug gedruckt ist. Nähert man sich dann dem Stadion, wird einem erst bewusst, welche Massen an Zuschauern in dieses Stadion passen. Ich habe eben nochmal nachgesehen, es sind 80.000 ! Kleiner Funfact dabei: Während eines Footballspiels (die Spiele sind natürlich immer komplett ausverkauft) ist das Camp Randall Stadium die fünftgrößte Stadt im ganzen Bundesstaat. Besonders auffällig ist, dass die ganze Football “Feier” friedlich abläuft. Es ist zwar auch Polizei präsent, aber im Gegensatz zu deutschen Fußballspielen geht es hier um das Event und nicht um das gegenseitige Herumgekloppe.

Sitzt man erstmal im Stadion, bzw. steht man erstmal im Stadion (in der Student Section wird auf den Sitzen das ganze Spiel über nur gestanden) ist die Kulisse gigantisch. Die Student Section stellt ein Viertel des 2.2Stadions. Man könnte dies vielleicht mit der Hooliganecke in deutschen Stadions vergleichen, nur ohne Hooligans… Nennen wir es die “Stimmungsecke”. Ich habe an dieser Stelle mal ein Youtube-Video verlinkt, das nicht von mir ist (logisch, denn ich stehe ja mittendrin) und ganz gut einen Einblick in die Student Section gibt.

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=tODlPxhbGF8#t=40

Warum eigentlich Badger Blog?

Was ist eigentlich ein Badger? Der Badger – auf deutsch Dachs – ist ein liebes Tierchen (siehe Bild). Und weil er so lieb und freundlich ist, hat die Football-Mannschaft und damit der ganze Unisport und damit die ganze Uni Madison und damit ganz Madison und damit ganz Wisconsin den Badger als Maskottchen gewählt. Alle Studenten hier heißen also Badger und die Eltern sind die Badger-Parents. Deshalb ist mein Blog logischerweise ein Badger-Blog.

Für das Eröffnungsspiel der Saison am Samstag habe ich doch tatsächlich noch Karten auf dem Studenten(schwarz)markt bekommen. Ich bin schon gespannt…

Hier sieht man dann auch das Maskottchen im Stadion. Warum es auf einem Brett hochgehalten wird? Tja dies ist ja eine sportliche Uni und da muss auch der Badger sein Workout machen. In diesem Fall bedeutet das nach jedem Touchdown soviele Liegestütze machen wie das Team an Gesamtpunkten hat. Also nach dem ersten sieben, dann 14 Liegestützen…